willkommen.


Mein Mann sieht über meine Schulter hinweg auf den Monitor. „Textparfuem?“ Seine Stimme klingt gleichzeitig verständnislos und belustigt.
Ich drehe mich schnippisch zu ihm um. Ich bin manchmal aus Spaß schnippisch.
Dieses. Mal. nicht.
„Wieso?“ Meine Stimme klingt gleichzeitig verärgert und verzweifelt. „Was ist daran nicht zu verstehen? Und was findest Du lustig?“

„Naja“, sagt er und zieht das Wort hinten in die Länge.

„Najaaaaa“, sagt er noch einmal.
Ich lege den Kopf schief und mache einen spitzen Mund.
Mein Mann ist in einer schrecklichen Situation. Er will mir sagen, dass er das nicht gut findet. Aber er möchte weder, dass ich beleidigt abrausche, noch will er stundenlang diskutieren.

Ich bin auch in einer schrecklichen Situation. Ich verstehe ihn. Aber ich WILL ihn nicht verstehen.

Er verschanzt sich in Ermangelung einer Taktik hinter einer Frage: „Sollte Deine Seite nicht „Textwerkstatt“ heißen? Oder „Textmanufaktur“? Hattest Du nicht schon Fotos gemacht?“
„Najaaaa“, sage ich.

Ich fand mich damals wirklich ganz toll. Textwerkstatt, Textmanufaktur. Grandiose Ideen hatte ich. Aber als ich die potentiellen Namen meiner zukünftigen Domain googelte, folgte die Ernüchterung: 78.300 anderen Menschen war „Textwerkstatt“ auch eingefallen. 22.000 Fundstellen vermeldete Google für „Textmanufaktur“.
„Ich will nicht eine von Hunderttausend sein“, maule ich. „Das geht nicht! Und außerdem: Texte haben tatsächlich einen Geruch! Als unser Sohn die Postkarte aus dem Zeltlager geschrieben hat... Roch das für Dich nicht auch nach Erde, Feuer und Abenteuer?“

Mein Mann überlegt tatsächlich.


Ein Text trägt einen Duft, wenn man ihm eine besondere Note verleiht.

Schnuppern Sie mal rein.